Psychotherapie
und
Beratung






















1. Jeder Amerikaner hat seinen Therapeuten. Und wir?
2. Welche Erkrankungen können behandelt werden?
3. Diagnose
4. Therapie
5. Therapiemethoden
6. Lebensfeldbezogene Beratung


1. Jeder Amerikaner hat seinen Therapeuten. Und wir?

Meine berufliche Laufbahn begann 1982 in der Akutpsychiatrie. Heute arbeite ich freiberuflich. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Entscheidung für eine Psychotherapie erst reifen muss. Immer noch gibt es gesellschaftliche Vorurteile gegenüber psychisch Kranken und psychischen Krankheiten. Und wenn wir ehrlich sind, sind wir selbst nicht ganz frei davon. Aus verständlichen Gründen verschweigen viele Menschen, dass sie Probleme haben und einen Therapeuten aufsuchen. Am Ende einer erfolgreichen psychotherapeutischen Behandlung betonen viele von ihnen, dass sie sich Leid erspart hätten, wären sie früher gekommen. Am Ende sind die eigenen Vorurteile auch längst verschwunden. Aber selbst dann belächeln wir zum Beispiel die Amerikaner, weil jeder dort angeblich seinen Psychiater hat, der bei banalen Problemen aufgesucht wird. Korrigierend möchte ich anmerken, dass es sich nur um die Reichen und Schönen der US-amerikanischen Gesellschaft handeln kann, die es sich leisten können, denn im Gegensatz zu Deutschland ist Psychotherapie dort keine Kassenleistung. Macht nichts. Die Mehrzahl der US-Amerikaner ist sowieso nicht krankenversichert. Der Vorteil, bereits bei den ersten Anzeichen professionelle Hilfe aufzusuchen, liegt übrigens auf der Hand: es kommt gar nicht erst zu Chronifizierungen, die eine psychische Störung verschlimmern und eine Behandlung deutlich verlängern! Ich möchte eine kleine Begebenheit aus meiner Praxis erzählen. Vor einigen Jahren kam eine zartfühlende, verletzte Frau, die in einer niederschmetternden Trennungssituation lebte, in meine Behandlung. Sie sagte, sie gehöre "zur Gesellschaft" des Städtchens, in dem sie lebte, und es wäre für sie besonders peinlich, wenn jemand erführe, dass sie mich aufsuche. Der Mann habe sich getrennt und liebe eine Jüngere. Sie kannte diese Frau, obwohl sie nicht zur Gesellschaft gehörte. Gerade deshalb hätte sie sich, nach Meinung meiner Klientin, deren Mann "geangelt". Sie beschrieb diese neue Frau ihres Mannes als "eiskalt und berechnend". Etwa zeitgleich erschien bei mir zur Behandlung eine andere zartfühlende und verletzte Frau unter dem größten Siegel der Verschwiegenheit. Ihr hätte ein verheirateter Mann die Ehe versprochen, der nun aber keine Anstalten mache, sich scheiden zu lassen. Sie hätte ihm vertraut und sei enttäuscht worden. Sie beschrieb die Noch-Ehefrau als "eiskalt und berechnend", die den Mann, den sie selbst so sehr liebe unter Druck setze, bei ihr zu bleiben, damit sie in der Gesellschaft gut da stehe. Erst bei diesem Wort "Gesellschaft" fiel mir auf, dass es sich um die beiden Frauen desselben Dramas handeln könnte, dass sie den selben Mann liebten. Ihre Beschreibungen der jeweils Anderen hatten sie für mich bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Das tun wir so, wenn wir verletzt sind. Aber nun kam ich ins Schwitzen, denn es hätte leicht passieren können, dass sie sich in meinem Wartezimmer begegnet wären.
Warum ich das hier schreibe?
Es gibt viele solcher Geschichten, in denen Nachbarn, Freunde, Kollegen... unter keinen Umständen von der Therapie erfahren dürfen, obwohl diese selbst eine solche Behandlung in Anspruch nehmen. Wenn Sie sich für eine Therapie entscheiden, machen Sie es um Ihretwillen! Meine Verschwiegenheit ist Ihnen sicher.

2. Welche Erkrankungen können behandelt werden?

Die Gespräche finden in einer angenehmen und entspannten Atmosphäre statt. Zunächst stelle ich mich vor und dann möchte ich Sie kennen lernen und einen ersten Einblick in Ihr Problem gewinnen. Dazu werde ich Ihnen Fragen stellen.
Es geht nicht sofort um das Ausleuchten der unangenehmsten Ereignisse Ihres Lebens! Wir werden behutsam vorgehen, denn wir lernen uns ja gerade erst kennen. Für schwierige Themen findet sich Zeit in der Therapie, wenn wir uns aneinander gewöhnt haben und es Ihnen leichter fällt. Als Psychotherapeutin behandle ich die folgenden krankhaften psychischen Störungen:
a. Angststörung (Stress-Störung)
b. Zwangsstörung
c. Depressive Störung
d. Reaktion auf eine schwere Belastung
e. Konversionsstörung
f. Somatoforme Störung
g. Hypochondrische Störung
h. Funktionsstörung einschließlich chronischer Schmerzen
i. Ess-Störung
j. Schlafstörung
k. Seelische Behinderung durch eine ernste körperliche oder psychische (chronische) Erkrankung
l. Persönlichkeitsstörung
Ausgeschlossen aus dem Therapieangebot meiner Praxis sind die Alkohol- und Drogenkrankheit.

3. Diagnose

Zu Beginn einer jeden Therapie untersuche ich in einer diagnostischen Phase, welche Störung vorliegt. Ich nutze dazu hauptsächlich psychodiagnostische Gespräche aber auch Testverfahren, Fragebögen und Protokollblätter. Alle Ergebnisse der Untersuchung bespreche ich mit Ihnen und erkläre sie anschaulich. Wenn bei Ihnen eine krankhafte psychische Störung vorliegt, vereinbaren wir gemeinsam das weitere therapeutische Vorgehen. (Das ist ein wesentlicher Unterschied zu medizinischen Behandlungen, bei denen in der Regel therapeutische Maßnahmen verordnet werden.) Beihilfe- und Privat- Krankenversicherte bekommen die Kosten für eine Psychotherapie erstattet, wenn das im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Im Versicherungsvertrag ist auch geregelt, welche Leistungen übernommen werden. In der Regel müssen Sie zuvor einen Antrag an die Beihilfe oder Krankenversicherung auf Kostenübernahme stellen. Die Antragspapiere können Sie bei Ihrer Beihilfe oder Versicherung anfordern und mitbringen. Wir füllen sie in der Praxis gemeinsam aus. Erst wenn die Kostenzusage vorliegt, beginnen wir mit der Behandlung. Bei Selbstzahlern entfällt der Papierkram. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für meine Behandlungen nicht. Üblicherweise dauert eine Therapiesitzung 50 Minuten. Zu Beginn der Behandlung findet eine Sitzung pro Woche statt, später kann sich der Rhythmus ändern und Termine werden 14-tägig durchgeführt. Wie viele Sitzungstermine für eine Behandlung nötig sind, hängt von der Störung und dem Behandlungsverlauf ab und wird individuell vereinbart. Erfahrungsgemäß sind es 10 - 30 Sitzungen.

4. Therapie

Ich bin ausgebildete Gesprächspsychotherapeutin und Verhaltenstherapeutin. Mit meiner aus der Gesprächspsychotherapie und meiner Lebenserfahrung entwickelten wertschätzenden und einfühlenden Haltung Ihnen gegenüber werde ich mit Ihnen gemeinsam versuchen, neue Sichtweisen und Entwicklungen anzuregen und Problem- und Konfliktsituationen zu bewältigen. Die Verhaltenstherapie ist ist ein modernes, zeiteffektives und wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, das ohne die berühmte Couch und auch ohne gefürchtete Tricks auskommt. Die Verhaltenstherapie beleuchtet hauptsächlich Ihre aktuelle Situation und weniger Ihre Vergangenheit. Ihre Beziehung zu den Eltern oder zu Ihrer Mutter sowie Ihre Sexualität verstehe ich als Teile Ihrer Gesamtsituation, die wir nur dann eingehender betrachten, wenn Sie diese Aspekte ausdrücklich als aktuell problematisch thematisieren. Alle therapeutischen Maßnahmen bezwecken die Linderung und Beseitigung von Krankheitssymptomen und die Entwicklung von Zufriedenheit und seelischer Gesundheit.

5. Therapiemethoden

Als Therapiemethoden verfügen wir in der Verhaltenstherapie über zahlreiche Techniken, die ich je nach Störung einsetzen werde.

Dazu gehören:
a. Konfrontationstechniken,
b. Übende Verfahren,
c. Kognitive Techniken,
d. Selbstmanagementtechniken,
e. Spezielle Gesprächstechniken,
f. Psychologische Techniken der Schmerzbewältigung,
g. Multimodale Techniken sowie Kombinationen.
Aus der Diagnose leite ich einen Therapieplan ab. Das heißt, ich mache Ihnen Vorschläge, wie wir in der Behandlung arbeiten und erläutere und begründe Ihnen dieses Vorgehen in verständlicher Form. Nur wenn Sie einverstanden sind, beginnen wir mit der Therapie. Ansonsten suchen wir gemeinsam nach einem anderen möglichen Weg.

6. Lebensfeldbezogene Beratung

Wenn keine Erkrankung bei Ihnen vorliegt, Sie jedoch wegen einer erheblichen Belastung in Folge eines Problems oder Konflikts professionellen Gesprächsbedarf haben, kann ich Ihnen Hilfe in Form von Beratung anbieten. Beratungsanlässe sind vielfältig und entstehen, wenn Sie sich beispielsweise in einer Krise oder in einer Entscheidungssituation befinden. Entscheidungen bezüglich einer beruflichen Veränderung, eines Hausbaus, eines weiteren Kindes... haben oft weit reichende Konsequenzen. Sie hängen nicht nur von uns selbst ab, was Entscheidungen zusätzlich erschwert. Vielleicht kommen Sie auch in die Beratung, weil Sie aktuell ein wenig 'betriebsblind' für nahe liegende gute Lösungen sind? Ein anderer Anlass für Ihren Beratungsbedarf kann sein, dass Sie Ihre individuellen Ressourcen im Bereich der Kommunikation, Auseinandersetzungsfähigkeit und Selbstbehauptung stärken und ausbauen wollen. Dies kann in persönlichen oder beruflichen Konflikten oder in neuen Situationen, die Sie zum ersten Mal bewältigen wollen, hilfreich sein. Beispielsweise bin ich öfter von Studierenden gefragt worden: "Wie kann ich meine lange Studienzeit dem künftigen Chef im Vorstellungsgespräch positiv vermitteln?" Die gefundenen Antworten waren jedes Mal sehr verschieden. Sie stehen in keinem Bewerbungsführer, denn sie sind individuell. So ist jeder Beratungsprozess gewissermaßen eine für Sie maßgeschneiderte Einzelanfertigung.
Sie bleiben während des Beratungsprozesses die Expertin / der Experte für Ihre Situation. Ich als außen stehende Beraterin kann Ihnen helfen, die Situation zu analysieren, neue Gedanken zu entwickeln und diese zu besprechen. Die eigenen Handlungsalternativen können Sie spielerisch und im Dialog mit mir überprüfen und können damit Ihre Sicherheit für die eigenen Entscheidungen stärken. Wenn Sie mich anrufen oder eine Anfrage per Mail an mich richten, können wir kurz klären, ob ich Ihnen helfen kann. Ein Beratungsgespräch dauert in der Regel 90 Minuten. Die Kosten werden nicht von Krankenversicherungen übernommen. Oft reicht bereits ein Gespräch. Manchmal werden bis zu 5 weitere Gespräche vereinbart.

↑ nach oben